Donnerstag, 5. September 2013

«Rote Rosen» denkt an neue Erzählformen


Produzent Emmo Lempert erdenkt sich gerade Storys für 600 weitere Geschichten – und macht nebenbei für Das Erste auch eine neue «Heiter bis tödlich»-Serie, wie er verrät.

*Nach 163 von insgesamt 200 Folgen
Produzent Emmo Lempert, der mit der Studio Hamburg Serienwerft unter anderem «Rote Rosen» herstellt, hat derzeit eine vergleichsweise komfortable Lage. Nur wenige Daily-Produzenten können von sich sagen, dass sie gleich über drei weitere Jahre im Voraus planen können. Anders als bisher hat die ARD dem 14.10-Uhr-Format diesmal reichlich Vertrauensvorschuss gegeben und die Daily gleich um nochmal 400 Folgen verlängert – und das, obwohl man schon bis Folge 1800 geplant hatte. Die seit Serienstart stetig steigenden Zuschauerzahlen rechtfertigen dies Vertrauen. Heißt konkret: Bis 2016 bleiben die Geschichten im ARD-Programm. „Wir überraschen unsere Zuschauer ja ohnehin schon immer mit neuen Erzählbögen und –formen“, sagt Lempert im Gespräch mit Quotenmeter. Die Tatsache, dass man nun gleich 600 Folgen planen könne, beschere nun neue Möglichkeiten in der Planung. „Wir können die Hauptgeschichten nun dramaturgisch kürzer oder länger erzählen, wie es für den Spannungsbogen am besten passt“, schmunzelt er ohne sich zu tief in die Karten blicken zu lassen.

„Bei der Planung jedenfalls denken wir schon heute an alle 600 Folgen, die kommen werden“, versichert er. Jüngst hat Lempert zunächst einmal die zehnte Staffel vorbereitet und dafür unter anderem Schauspieler wie Maike Bollow oder Patrik Fichte gewonnen. „Die Darsteller wissen, dass sie bei uns Kollegen auf Augenhöhe begegnen.“ Starke Charaktere waren Lempert schon immer ein Anliegen – in der achten Staffel übernahm zum Beispiel Elisabeth Lanz, die mit «Tierärztin Dr. Mertens» Primetime-Erfolge feiert, die Hauptrolle in dem Format. Auch Daniela Wutte, die in der laufenden Produktions-Staffel dabei ist, kommt aus einem Primetime-Format: Sie hatte bei «Alarm für Cobra 11» eine durchgehende Rolle.

Inhaltlich will Lempert nicht allzu viel verraten – ein Versprechen, dass sich das Liebespaar am Ende wirklich kriegen wird, will er nicht geben. „Das war zwar bisher so, aber es könnte auch sein, dass es in Staffel zehn oder elf mal kein Happy End gibt.“ Der TV-Macher sieht «Rote Rosen» inzwischen übrigens auch nicht mehr als klassische Telenovela und will sie auch nicht unbedingt dem Begriff „Daily“ unterordnen – er spricht eher von einer täglichen „Familienserie“. Und wie es sich für eine echte Familienserie gehört wird ab Oktober auch ein heftiges Thema aufgegriffen, das die gesamte Familie in den Bann schlägt: Die Tochter der Hauptfigur ist in die Fänge einer Sekte geraten und Tine (Maike Bollow) muss gemeinsam mit ihrem Ex-Mann versuchen, sie zu befreien.